Donnerstag, 20. Juni 2024

Z. Z. L [»Erlassene Nachworte X« (2012 - 2024)]

 


[»Die Kunst der Dialektik«, Goedart Palm (2023)]



Der Psychiater kümmert sich um die Don Juans, Romeos, Hamlets und Fauste, indem er sich um Oedipus kümmert – er heilt sie. Die Herren der Welt verlieren ihre metaphysischen Züge. Ihr Auftreten im Fernsehen, auf Pressekonferenzen, im Parlament und bei öffentlichen Kundgebungen ist kaum für ein Drama geeignet, das über das der Reklame hinausgeht, während die Konsequenzen ihres Handelns den Rahmen des Dramas überschreiten. [Herbert Marcuse »Der eindimensionale Mensch« (1964)]




[»Das Dasein II (Leicester Square Blues)«, Goedart Palm (2023)]



Auf Grund der sich aus den letzten öffentlichen Arbeiten von Poinçon und Wattmann ergebenden Existenz eines persönlichen Gottes kwakwakwakwa mit weißem Bart kwakwa außerhalb von Zeit und Raum der aus der Höhe seiner göttlichen Apathie göttlichen Athambie göttlichen Aphasie uns gern hat bis auf einige Ausnahmen man weiß nicht warum aber das kommt noch und sowie die göttliche Miranda leidet mit denen die man weiß nicht warum aber man hat ja Zeit in der Folterkammer sind in dem Feuer dessen Feuer dessen Flammen wenn es auch noch ein wenig dauert und wer kann daran zweifeln endlich alles in die Luft sprengen nämlich die Hölle an den Himmel drängen der so blau manchmal noch heute und ruhig so ruhig von einer Ruhe die wenn auch sporadisch nichtsdestoweniger willkommen ist aber greifen wir nicht vor und andererseits in Anbetracht daß im Anschluß an die unvollendeten Forschungen aber greifen wir nicht vor die unvollendeten Forschungen nichtsdestoweniger prämiert von der anthropopopometrischen Akakakakademie in Burg am Berg von Testu und Conard festgestellt wurde bei Ausschaltung aller Fehlerquellen bis auf die von den menschlichen Berechnungen untrennbaren Irrtümern daß im Anschluß an die unvollendeten unvollendeten Forschungen von Testu und Conard festgestellt gestellt gestellt wurde was folgt was folgt was nämlich folgt aber greifen wir nicht vor man weiß nicht warum im Anschluß an die Arbeiten von Poinçon und Wattmann es ebenso klar erscheint wie im Hinblick auf die Bemühungen Fartovs und Belchers unvollendet unvollendet man weiß nicht warum von Testu und Conard unvollendet unvollendet wird deutlich daß der Mensch im Gegensatz zu der entgegengesetzten Meinung daß der Mensch in Burg von Testu und Conard daß der Mensch endlich kurz daß der Mensch in Kürze endlich trotz der Fortschritte der Ernährung und der Abschaffung des Stuhlgangs im Begriff ist abzumagern und zugleich parallel verlaufend man weiß nicht warum trotz der Blüte der Leibesübungen der Praxis der Sportarten wie wie wie Tennis Fußball Rennen zu Fuß und mit dem Fahrrad Schwimmen Reiten Fliegen Siegen Tennis Kegeln Kunstlauf auf Eis und Asphalt Tennis Fliegen Sport Sport Wintersport Sommersport Herbstsport Herbstsport Tennis auf Rasen auf Tannen und auf festem Boden Fliegen Tennis Hockey zu Lande zu Wasser in der Luft Penizillin und Surrogate kurz ich wiederhole zugleich parallel verlaufend kleiner zu werden man weiß nicht warum trotz Tennis ich wiederhole Fliegen Golf mit neun und mit achtzehn Löchern Tennis auf Eis kurz man weiß nicht warum am Rhein Rhein und Ruhr Rhein und Main Main und Ruhr zugleich parallel verlaufend man weiß nicht warum abzumagern einzulaufen ich wiederhole Ruhr Main kurz mit glattem Verlust pro Nase seit Gottscheds Tod von zwei Finger hundert Gramm pro Nase grob gesagt durchschnittlich ungefähr runde Zahlen gutes Gewicht Lebendgewicht ohne Schuhe in Oldenburg man weiß nicht warum kurz endlich gar nicht wichtig die Dinge sind so und wenn man andererseits dabei bedenkt was noch schlimmer ist daß daraus hervorgeht was noch schlimmer ist daß im Lichte im Lichte der laufenden Untersuchungen von Steinweg und Petermann daraus hervorgeht was noch schlimmer ist daß daraus hervorgeht was noch schlimmer ist im Lichte im Lichte der aufgegebenen Versuche von Steinweg und Petermann daß auf dem Lande im Gebirge und am Rande des Meeres der Ströme des Wassers und des Feuers die Luft dieselbe ist und die Erde nämlich die Luft und die Erde bei der großen Kälte die Luft und die Erde gut für die Steine bei der großen Kälte leider leider in dem siebenten saeculum ihrer Ära der Äther die Erde das Meer gut für die Steine in den großen Tiefen bei der großen Kälte auf dem Meer auf der Erde und in den Lüften leider leider ich wiederhole man weiß nicht warum trotz Tennis die Dinge sind so man weiß nicht warum ich wiederhole zum folgenden kurz endlich leider leider zum folgenden für die Steine wer kann daran zweifeln ich wiederhole aber greifen wir nicht vor ich wiederhole der Kopf gleichzeitig parallel verlaufend man weiß nicht warum trotz Tennis zum folgenden der Bart die Flammen die Tränen die Steine so blau so ruhig leider leider der Kopf der Kopf der Kopf der Kopf in Oldenburg trotz Tennis Bemühungen aufgegebene unvollendete noch schlimmer die Steine kurz ich wiederhole leider leider aufgegebene unvollendete der Kopf der Kopf in Oldenburg trotz Tennis der Kopf leider leider die Steine Conard Conard … [Samuel Beckett »Warten auf Godot« (1952)]




[»Never Face The Truth«, Goedart Palm (2023)]




Spur


Jemand - das Glück - ist vor dir hergegangen und hat zart einen Pfad ausgetreten, den sieh und folge ihm! Der Weg führt, wenn du ihn bis zum Ende gehst, zu dem Ziel, das auch das Glück erreicht hat. Selber ist es demnach nicht das Ziel, das Glück, es hat aber welche und sieht sie, hell wie das Negativ einer Fotografie.



Büroflirt


Der Effekt, der gerade darin liegt, ihn nicht in eine legitime Beziehung zu verwandeln, wodurch Grenzüberschreitungen unmöglich würden infolge der Verschiebung der Grenze. Begehren dann Versorgung, jene Regelung der Triebabfuhr dahingehend, nämlich dass sie erfolgen soll ohne den Aufwand eines Reizmanagements.



Wiederum


Reife, der die ewige Jugend sich versagt, der sie sich verweigert aus Auflehnung gegen das, was sich als reif gibt, aber bloß alt ist, ja älter als alt, nämlich nur Kopie und Reproduktion eines Musters, übernommen ohne Verstand. Provozierende Unreife knabenhaften Rüpeltums ist die Verweigerung der Erwachseneninitiation durch Usurpatoren. Eine Generation, die nicht bereit oder fähig war die Verantwortung zu übernehmen für das, wofür nun einmal Verantwortung zu tragen ist, besaß keine Legitimation eine nachfolgende Generation in den Stand der Reife zu erheben. Sich einem solchen Akt zu verweigern war seinerseits ein Akt der Emanzipation. Er blieb nur den wenigen vorbehalten, die ihn selbst vollzogen, in schmerzhafter Erkenntnis des Verlusts von Tradition weit über die vorangehende Generation hinaus, indem nämlich Inanspruchnahme der Überlieferung im Kontext der Schande diese den Nachfolgenden in unerträglicher Weise beschmutzte. Aufreizende Lässigkeit junger Leute, die nicht in dem Sinne fleißig sind, wie es älteren vorschwebt, die sich für eigene Demütigungen an der folgenden Generation schadlos zu halten wünschen. Aber auch das Gespielte dieses Spieles: das Konsum-Know-How der jeweils aktuellen Generation, das Angesagtsein, unter dessen Knute sie sich duckt wie einst der Lehrling, der feilte und fegte und sich zum Friseur schicken lassen musste!



»22«


Wovon lesen wir? - Von der Unerfüllbarkeit des amerikanischen Traums: vorab Goethes Frage nach Dichtung und Wahrheit in Form der Parodie einer Posse als Vorspiel im Himmel. Der Impuls des Schlüsselromans, umgelenkt auf das Pseudonym eines Autorenduos: Was ist von wem? Bedingtheit der Identität in der genealogischen Dimension der Vätererzählung, Reflex des amerikanischen Individuums als Held sarkastisch auf die Spitze getrieben anhand von Alltagsfiguren, zum Beispiel in der Variante der Selbstoptimierung als Athlet, aber auch in Gestalt von Dutzendmenschen mit ihren Idealen, wie Jugend, Mobilität und mediale Interaktion. Roman als längere Erzählung, allerdings unter besonderer Betonung des Fragmentarischen und der gegenseitigen Spiegelung dieser Elemente; Personal und Mentalität einer Armeeeinrichtung als Hervorbringung Nachkriegsdeutschlands; psychosoziale Situation eines Helden, sein Ringen als junger Mann um Orientierung, seine Versuche sich gegen die ihn umgebende Welt zu behaupten; der weite Bogen von dort zu einer Flucht nach Osten, den die westliche Welt erst in begrenztem Maße erreicht hat.

Das Migrantische unserer Lebensgeschichten in einer weniger amerikanischen Welt wurzelnd als der Deutschlands der sechziger, siebziger Jahre; unsere Skepsis hinsichtlich eines Mythos der Befreiung durch Amerika, vielmehr das Aussichtslose von Identifikation mit den Siegern anstelle der Bereitschaft zur Selbstreflexion.

Constance, die sich aus Weisheit und mit Vernunft teils arrangiert ohne mit dem Strom zu schwimmen; Dr. Reich, der mit dem Untergang der Barbarei Deutschlands nicht zugleich alles preisgibt, was die Barbaren bereit waren mit sich in den Abgrund zu reißen; Magnus Alberti, Zyniker reinsten Wassers, Zauberer Thomas Manns, der Tickets zum Mars verkauft, Ersatzplanet für eine geplünderte und weiter zu plündernde Erde; dies an der Seite Hellas, der Matrone eines Telefonsexinstituts; Alois, pubertär verklemmter Vorfahre und Don Quichote; Sgt. Conley, charmanter Realamerikaner, solche auch alle übrigen amerikanischen Militärangehörigen, die ja für sich in Anspruch nehmen können die aktuelle Schmach der Deutschen jedenfalls nicht teilen zu müssen; Emilian, Stimme eines, für den sich Amerika bisher nicht sonderlich interessiert hat, Opponent gegen das Wertlose an sich, nicht nur in seiner Erscheinungsform des westlichen Konsumismus.

Indem die naive Kunst im etablierten Kontext an Achtung und Wertschätzung eingebüßt hat, zieht sie sich vollends nicht nur uns Private zurück, sondern manifestiert sich dort aufs Eindrücklichste, nämlich als allseits verbreitetes Tattoo.

Kappeser, der aus Sträflingszeiten verschiedene Tätowierungen davongetragen hatte und sie nicht etwa zeigte als modisches Accessoire und Ausbund naiver Bilderliebe; stattdessen wurden seine grobdilletantischen Tattoos sichtbar, wenn es sich eben nicht vermeiden ließ, und atmeten jenen Schauer der Gezeichneten, auf den das Modetattoo zwar heimlich schielte, den es aber angesichts der Massenhaftigkeit seines Auftretens und Publikums niemals haben konnte, von den Anfangszeiten dieser Mode einmal abgesehen.

Die Forderung als Mörder zu gelten, entgegen einer Differenzierung, wie sie als Überheblichkeit der Privilegierten letztlich eine gröbere Herabwürdigung für den Täter darstellte als die, eines Kapitalverbrechens schuldig zu sein! Hierarchie der Sträflinge, die die außerforensische Gesellschaftsordnung in ihr Gegenteil verkehrt, aber auch reproduziert, wenngleich in drastischster Aneignung: Totschlag, Resultat einer unbewussten Mordlust, eine solche bereits die fahrlässige Tötung, ausgelöst von einem Reflex wie bei der Mordtat des Fremden von Camus. Ressentiment Kappesers, der deklassiert sozialisiert ist und darum alle anklagt und ihnen rabiat begegnet, denen solches nicht widerfuhr.

Verstehen als Auflösung auch eines solchen neurotischen Zwanges, wobei allerdings nicht die Verstehensleistung eines Gegenübers diesen Vorgang bewerkstelligen kann, es muss ein eigenes Verstehen sein. Der manifeste Traum als Ausdruck eines Selbstbildes in seiner symbolischen, archaischen Art mit der Logik widersprechenden Einzelheiten, wie wir es von Karikaturen und naiven Bildwerken kennen: dass wir Kappesers Zwang verstehen, wird diesem noch lange nichts nutzen. Einen humanen Zug würde es bedeuten, führte ihn die erzählte Geschichte zu solcher Einsicht. Allein, diese wird ein Privileg des Lesers bleiben ...



schlaflose


Ich will die Stelle nicht antreten, wenn es wegen meiner Mutter ist, dass ich sie bekomme, noch dazu unter einem Vorgesetzten, der mich dafür verachtet und den ich ohnehin widerlich finde. Ich soll etwas arbeiten, egal wie lächerlich es ist! Ja, was man so arbeiten nennt: Erbsen zählen oder Linsen!

In mir arbeitet es, weshalb ich mich völlig außerstande fühle irgendetwas zu arbeiten. Welcher Idiot soll ich sein, andern zum Gefallen zu schuften, bloß weil man müde wird davon. Wie völlig fertig sie wieder sind, von all ihrer Arbeiterei, am wohlverdienten Feierabend in ihrer dunstigen Kneipe bei ihren dumpfen Gesprächen und ihrem Schielen nach billigen Abenteuern. Diese einzige Sauerei!

Wirkliche Arbeit kann es nur geben ohne irgendwelchen Lohn, den man ohnehin darüber vergäße in völliger Versunkenheit und Vergessen seiner selbst und aller Welt ringsum.



Tage


Der Stolz des kleinen Mannes auf seine Miniaturausgaben dessen, was die Großen sich leisteten: dabei hatten die auch ihren Kummer, wie man in den Illustrierten las. An deren Stelle mochte man eigentlich gar nicht sein. Am Ende konnten die auch nicht mehr als ein Kotlett essen! Wenn man satt war, war man eben satt. Und all das Etepetete, am Ende doch bloß anstrengend. Dabei mochte man aber nicht wissen, was bei denen abgeht, wenn sie sich fetzen. Gerade vielleicht deshalb, weil sie sich dafür ja im Grunde mehr schämen sollten als unsereiner, sollte man jedenfalls meinen. Oder Unpässlichkeiten, üble Gerüche und so weiter. Das Personal würde allerdings ein Liedchen davon zu singen wissen. Ist aber oberstes Gebot und Ehrenkodex unter denen: kein Wörtchen nach außen! Wozu war man auch Butler oder sonstwas von dem und jenem und nicht bloß Hausmeister, Putze oder Mädchen für alles.

Der Diener ist Diener seines Herren, und wenn nicht stolz auf den, so doch wenigstens stolz darauf. Loyalitätsverhältnisse hatten das so an sich, zum Beispiel Nationalstolz, von der mächtigsten Nation der Welt bis zur erbärmlichsten Bananenrepublik. Man wusste mit seinen Strolchen zu verfahren, andere hatten sich da rauszuhalten. So war das.


Montag, 20. Mai 2024

Z. Z. XLIX [»Letzthin Anderswo IX« (2024)]

 


[»Little Worlds (2024)«, Goedart Palm]




We have no need of other worlds. We need mirrors. We don't know what to do with other worlds. A single world, our own, suffices us; but we can't accept it for what it is. 

[Stanisław Lem »Solaris« (1961)]


How far that little candle throws his beams! So shines a good deed in a weary world. 

[William Shakespeare »The Merchant of Venice« (1605)]




Aber


Religiönchen, Glaubensdingelchen, von den Leuten teils wirklich gemocht, teils mitgeschleppt oder achselbezuckt wie Nikoläuse und Osterhasen in den Regalen Monate vor Weihnachten oder Ostern. So musste es wohl sein, wenn man eine Lebensmittelkette zu organisieren hatte. Nicht dass man daran würde erinnert werden müssen, an Ostern vielleicht, weil es nicht immer auf dasselbe Datum fiel. Wer aber hätte schon einmal Weihnachten vergessen? Auch wenn man es wollte. Das mache einmal jemand seiner Liebsten oder den Kindern klar, dass die Weihnachtsgeschenke ausfallen, weil man Atheist ist! Schließlich glaubten die Kinder auch nicht mehr ans Christkind, an den Osterhasen schon dreimal nicht. Man ist aus der Kirche ausgetreten, nicht aus Geiz wegen der Kirchensteuer. Aber dahinter kann man nicht stehen, dass dieser Bonzenladen Milliarden scheffelt! Da spendete man das Geld lieber für etwas anderes, hat es auch schon ein-, zweimal getan, ist dann aber irgendwie eingeschlafen. Endjahresgeschenke hat man also besorgt, hauptsächlich wegen der Kinder, aber früher sei es doch schöner gewesen. Eigentlich sind sie auch schon groß. Bei ihren eigenen Kindern wollten sie es dann doch nicht so durchziehen. Irgendwie sei das doch zu früh gewesen, und überhaupt. Ein wenig Illusion brauche der Mensch nun einmal, zum Beispiel Weihnachten eben, und so weiter. Ja, auch Verlobung und Heiraten. Aber darüber sei mit einem ja nicht zu reden. Dabei würde Heiraten sich sogar rechnen, das nur nebenbei. Die Kinder werden also heiraten, ihre Kinder taufen lassen, eine Pfarrerin sei das, eine ganz nette. Einen kleinen Regenbogen hätte die als Anstecker am Talar, oder wie das Ding heißt, das sich die Pfarrer anziehen. Kindergarten und Hokuspokus sei nicht richtig. Es seien eben nicht alle Menschen gleich, und schon gar nicht so prosaisch.

Ostern geht's zum Schifahren. Das kann auch mal ausfallen, wegen schlechten Schneeverhältnissen, und geht auch nicht jedes Jahr, weil doch ziemlich teuer. Heilig Abend einfach vorbeigehen zu lassen, schafft dagegen fast keiner. Etwa im Hobbykeller Brettchen hobeln, oder am Oldtimer schrauben, das Radio könnte man jedenfalls nicht laufen lassen, es sei denn, das x-te Mal Last Christmas würde einem selbst bei brütender Hitze im Hochsommer zum einen Ohr herein und zum anderen wieder hinausfahren. Im dunklen Winter lockt Weihnachten doch als eine Art Lichtblick, wenigstens bis es dann so weit ist. Den Katzenjammer danach fängt Sylvester vielleicht ein. Oder dann der Hobbykeller, die Garage mit dem alten Käfer. Zu Oldtimertreffen fährt man eher nicht, das ist wie mit der Kirche. Ganz schön eigentlich, wenn niemand da ist, am liebsten sogar ohne Hinterlassenschaften von Zusammenkünften. Dagegen die Stille dieses großen leeren Raumes!




ungefähr




Die ewige Wiederkehr ist nach Nietzsche das schwerste Gewicht. Dementsprechend ist unser Leben von herrlicher Leichtigkeit, insofern wir es meistern. Die Schwere, mit der wir sie erringen, ist die Kehrseite der Leichtigkeit der Meisterschaft. Sie verwirklicht sich als das, worin wir Einsichten gewonnen haben, nämlich in zuvor unzusammenhängende Erscheinungen, die wir durch Beobachtung und Nachdenken in eine Vorstellung fassen. Diese überprüfen wir in der Absicht möglichster Vorhersehbarkeit von Ereignissen, sei es, dass wir sie wünschen oder sie vermeiden wollen. Würden sich sowohl das Erwünschte als auch das Unerwünschte beliebig wiederholen, ohne dass wir den geringsten Einfluss darauf hätten, es bliebe uns nichts, als ewig den Göttern zu opfern, ob sie nun existierten oder nicht.




so:




Der Straftäter ist Täter dessen, wofür er bestraft wird. Nicht anders als der Rechtschaffene - oder der, der sich dafür hält - erhebt er Anspruch auf das, was ihm zukommt, wenn auch in umgekehrter Perspektive. Strebt der Lohn- oder Gehaltsempfänger nach mehr Geld, so richtet sich das Streben des Straftäters darauf, der Strafe zu entgehen. Der Profit, den er im Auge hat, ist darum doppelt: nämlich der Raub u n d die fällige Strafe, der er entgeht.

Er muss darum heimlich handeln. Eiliges Verreisen - die Polizei nennt es Flucht - darin hat er es zur Meisterschaft gebracht.

Je bedeutender das Vergehen des Verbrechers an den geltenden Werten, desto höher die Strafe, mit der die Rechtschaffenen drohen, desto höher entsprechend der Gewinn, wenn es gelingt zu entkommen.

Würde man demnach dem Täter die Strafe verweigern, entspräche dies gewissermaßen einer Aberkennung des Wertes, den man gewöhnlich dem Gegenstand beimisst, gegen den er sich vergangen hat. Es ist ebenso augenfällig wie logisch, dass gerade Straftäter sich äußerst auffallend mit genau den Gegenständen zieren, die den Rechtschaffenen so teuer sind, und gegen die die Verbrecher ihre Taten verüben. Selten hört man von einem Robin Hood, der das Raubgut statt es für sich zu behalten unter den Armen verteilt. Eher schon kennt man den Paten und Freund der kleinen Leute, der Kinder und der Kirche. Er ist bereits der Fürst, der der Neureiche gerne wäre mit seinem Porsche, der Zahnarzt mit seinem Sportflugzeug. Darum der Hang des Gangsters zum gesitteten Auftritt, zur Villa mit Gärtner, zu Tennis und Golf.

Verbrecher wären die letzten, die das Volk zum Umsturz aufriefen, es sei denn, es gehe lediglich um Tumult, in dessen Chaos sich besser verbergen lässt, was Verbrecher nun einmal zu verbergen haben. Auf den Trümmern einer solchen Revolution allerdings ließe sich auch eine hübsche Diktatur errichten, ein ganzer Staat, statt bloß des kleinen Reiches des Gangsterbosses und Patrons.


Samstag, 20. April 2024

Z. Z. XLVIII [»Has'n Euro / Ai un Euro? (deutsch / rumänisch)« aus Val Sidals »Zeit. E - Voicings« (2013)]

 


[»ec-Geldautomat«, Goedart Palm (2019)]



Geld ist die vielleicht konzentrierteste und zugespitzteste
Form und Äußerung des Vertrauens in die gesellschaftlich-staatliche Ordnung.
[Georg Simmel »Philosophie des Geldes« (1900)]





[»Apparition«, Goedart Palm (2018)]


The clouds travel like white handkerchiefs of goodbye,

the wind, travelling, waving them in its hands.

[From: Pablo Neruda »Twenty Love Poems and a Song of Despair« (1924)]




Has’n Euro

In den letzten Monaten war ich häufig bei Kunden im Norden. Die kürzeste Verbindung war, am Hautbahnhof umzusteigen.

Wenn der Zug keine Verspätung hatte, wartete ich fünfzehn Minuten – genug Zeit für einen Happen am Wurststand.

Meistens verging keine Minute, und sie war da, als wäre sie von der wirbelnden Menschenmenge ausgespuckt worden: barfuß hüpfte sie hin und her. Ihre Stimme: kein Gesang – bloß Rap.

Wie heute:

jemand wurde in der stadt aufgelöst,

wer könnte schon sagen, wer,

wer könnte sagen, wo –

die stadt war zu groß, um jemanden zu finden,

in der stadt, in der hoffnung,

in den straßen könnte man herausfinden,

wer jemand war,

weil man mit den heutigen möglichkeiten

nicht einfach sagen wollte, schaut,

jemand wurde in der stadt spurlos aufgelöst,

wie die schlange homöopathisch zerkleinert,

potenziell gemischt und verdünnt verschüttelt wird,

bis sie nicht mehr nachweisbar ist,

obwohl sie wirkt, und man glauben kann

und sagen muss, dass es die schlange ist,

aber man entgegnete,

wenn jemand in der stadt aufgelöst wurde,

dann war es sicher nicht die schlange,

auch wenn man versucht hat zu behaupten,

dass niemand in der stadt aufgelöst wurde,

und damit auch eine weile gut gefahren war,

denn wenn niemand in der stadt aufgelöst wurde,

dann muss man ja niemanden in der stadt suchen,

und man konnte seinen geschäften nachgehen,

allerdings nur, bis jemand –

ein verrückter oder ein leichtsinniger,

oder ein kind –

gemutmaßt hat,

dass es doch die schlange war,

die in der stadt aufgelöst wurde,

und unauffindbar wurde, und,

obwohl es gut gemeint war,

denn es sollte bei den wenigen,

die immer noch fürchteten,

dass möglicherweise doch

jemand in der stadt aufgelöst wurde,

für ein wenig ruhe sorgen und gutes tun,

gutes teilen, damit es sich vermehre,

nicht gut ankam, denn nun vermutete man,

etwas muss doch in der stadt aufgelöst worden sein,

denn sonst hätte man die gewissheit nicht mehr,

dass die stadt da sei,

worauf einige die schnauze voll hatten und sagten,

dass eine mögliche lösung darin liegen könnte,

einfach zu vergessen,

dass jemand in der stadt aufgelöst wurde,

sie konnten aber den einwand nicht ignorieren,

dass niemand wusste, wie man vergessen könnte,

und wenn es jemals jemanden gab,

der wusste, wie,

dann war immer noch unklar,

wer er war, wo er war –

nicht, dass er in der stadt aufgelöst wurde,

auch wenn manche, darauf bestanden,

dass es nicht darum gehen kann,

wer recht hat, sondern nur darum,

ob jemand oder niemand in der stadt aufgelöst wurde,

doch jemand schien unbedingt jetzt wissen zu wollen,

wer behauptet hatte,

dass jemand in der stadt aufgelöst wurde,

und alle waren sehr überrascht,

dass sich niemand erinnern konnte,

von wem die behauptung stammte:

man hat es irgendwie vergessen,

wodurch sofort klar wurde,

dass es keine rolle mehr spielte,

ob jemand in der stadt aufgelöst wurde oder nicht,

denn siehe: man wäre doch in der lage zu vergessen,

wie man vergessen hatte, wer behauptet hatte,

dass jemand in der stadt aufgelöst wurde,

und die ruhe der stadt kehrte ein,

und die stadt fror ein –

has’n Euro?

Es wurde unser Spiel.

Ich gebe kein Geld ohne Gegenleistung. Anfangs musste sie tanzen. Später singen. Neuerdings will ich ihre rap-style Geschichten.

Sie sind scheiße, sagt sie: ich erfinde sie gerade. Sie hat keine Zeit, die Geschichten aufzuschreiben. Sie kann auch nicht singen. Und auch nicht tanzen. Wahrscheinlich auch nicht schreiben. Sie leugnet, dass sie ein Junky ist – das sagt schon alles!

Sie sagt, sie sei siebzehn. Ich denke, sie ist höchstens dreizehn, aber ihre Haut könnte auch dreißig sein.

Sie leugnet, dass sie eine Säuferin ist – was sagt uns das?

Außerdem – das erste Mal hieß es, sie sei dreiundzwanzig. Du lügst, entgegnete ich damals, und sie zog die Schultern sehr eng hoch. Doch, doch, steif und fest: ich arbeite – has’n Euro?

Was arbeitest du, wollte ich wissen, weil ich noch zehn Minuten hatte.

Sie spuckte mir auf den Schuh – ich werde dir hier nicht meine ganze Lebensgeschichte ausbreiten, fauchte sie, drehte sich von mir weg, um wieder vom Bahnhofgewimmel verschlungen zu werden.

Später hatte ich ihr verboten, mir die elenden Familiengeschichten aufzutischen. Es kotzte mich an, wenn sie Vater und Mutter in den Mund nahm – alles gelogen.

Sie wurde nicht zum Leben gefickt. Sie wurde gemixt, sagte sie, keine Frucht einer Befruchtung. Ein Früchtchen, verfaultes Fallobst, ein Remix.

Der Zug verspätete sich.

Ich wollte, dass sie weitererzählte, bot ihr drei Euro an.

Sie wollte vier.

Es begann zu regnen.

jemandem wurde ins herz gerammt,

aber wer hätte es merken sollen,

solche dinge geschehen unsichtbar

und scheu und verschämt,

aber es stieg jemandem zu kopf

und quoll salzig durch die augen,

sodass jemand sich aus der stadt löste,

als niemand merken wollte,

dass jemandem ins herz gerammt wurde,

und wollte jemandem etwas schenken,

was alle einmal aufmerksamkeit nannten,

aber niemand in der stadt weiß genau,

was damit gemeint war,

und deswegen haben sie es vergessen,

weil es gefährlich ist,

von unbekannten nettigkeiten anzunehmen,

und alle versuchten ihre haut zu retten,

als jemand da auf dem boden lag und fragte,

wie es möglich war, jemanden ins herz zu treffen,

wo niemand eine verabredung haben wollte,

sondern nur ein treffen, zufällig,

aber keine begegnung,

denn niemand möchte jemandem begegnen,

und wenn jemand jemandem begegnen möchte,

dann würde ihm jemand sicher in die fresse hauen,

und abhauen, ohne zu schauen, ob der treffer sitzt,

und jemand widmete sich wieder seinem herz,

wollte, dass es durch die titte und das t-shirt blutet,

weil jemand dann zu mama laufen könnte,

und ihr das herz ausschütten könnte

und schreien könnte:

du hast dich geirrt mama,

niemand ist ein herzloses, kleines biest,

guck, hier ist der beweis,

es schmeckt salzig und nicht süß,

wie alle jemanden immer haben wollten,

aber das blut war im herzen geronnen

und konnte sich nicht zeigen,

so dass niemand erfuhr,

dass jemandem etwas ins herz gerammt wurde,

etwas brennendes,

und die stadt im flammenmeer nun

jemanden suchen muss,

der sich im Feuer aufgelöst hat,

kein schall, kein rauch –


gib mir die dreifünfzig!

Ich weiß, wie es weiter geht – es ist immer das Gleiche:

Ich reiche ihr die Münze.

Sie bedankt sich artig.

Ich sage, bis zum nächsten Mal.

Sie sagt, ja, bis zum nächsten Mal.

Sie dreht sich um, überquert langsam die Straße.

Ich tue so, als würde ich meine Fahrkarte prüfen.

Sie dreht sich, vergewissert sich, dass ich sie nicht verfolge.

Ich tue so, als wäre sie nicht da.

Sie rennt los, erreicht den Bürgersteig, verschwindet hinter der Tür.

Ich gehe zum Bahnsteig.

Natürlich weiß ich, was sie mit dem Geld will, hinter der Tür.


Nicht heute im Regen:

Ich gehe nicht zum Bahnsteig, steige nicht um.

Sie verschwindet nicht hinter der Tür.

Erreicht nicht den Bürgersteig.

Rennt nicht los.

Ich tue nicht so, als wäre sie nicht da.

Sie dreht sich nicht, vergewissert sich nicht, dass ich sie nicht verfolge.

Ich tue nicht so, als würde ich meine Fahrkarte prüfen.

Sie dreht sich um und überquert langsam die Straße. Sie lächelt.


Und dann quetscht ihr Gehirn – im nächsten Augenblick – ihre Spuren auf den nassen Asphalt und sprüht gelb und rot und tot; wie schon erwähnt: es hatte zu regnen begonnen.

Der Rest quietscht auf dem heißen Reifen.

Ich beginne zu singen. Kein Gesang – bloß Rap:


aber in der stadt ist für das blutend brennende

nicht der fahrgast zuständig,

der jemandem dreifünfzig gibt,

und als brandstifter,

sich gegen die feuerwehr stellt,

gegen die ordnung der hüter,

gegen die besitzer der güter,

sie herausfordert, ohne etwas zu sagen,

die feuerwehr an der nase herum führt,

um das herz herum,

das jemandem schwindelig wird,

und die ganze stadt schwindelt,

bis der fahrgast umsteigt,

und die stadt jemanden suchen muss,

der sich aufgelöst hat,

wer könnte schon sagen, wer,

wer könnte sagen, wo –

die stadt ist zu groß,

um jemanden zu finden,

unter den reifen, den heißen,

am steuer des entrasten,

in der hoffnung,

in den straßen könnte man herausfinden,

wer jemand war,

weil man mit den heutigen möglichkeiten

nicht einfach sagen wollte, schaut:

jemand wurde im strom der stadt spurlos aufgelöst,

im regen der straße,

heute ...



[»Pavement Blues«, Goedart Palm (2019)]


One day I will find the right words, and they will be simple.
[Jack Kerouac »The Dharma Bums« (1958)]



AI UN EURO?



În ultima vreme am ajuns des la clienţi din zona de nord. Posibilitatea cea mai oportună era să schimb trenul la gara centrală.

Când trenul nu întârzie mai am cinsprezece minute, timp de ajuns de o îmbucătura la bufet.

De regulă nu trece un minut şi apare ea, parcă expluzată de forfota călătorilor. Sare de colo-n colo.

Nu e o cântare, e numai un rap, ca cel de aici:



cineva s-a dizolvat prin oraş

cine oare ştie cine

cine ştie unde

oraşul e imens, ca să găseşti pe cineva

prin oraş, sperând că pe stradă poţi afla

cine  a fost cineva

fiindcă cu posibilităţile de azi

nu vor pur şi simplu să facă un caz

că în oraşul fără urmă cineva s-a dizolvat

ca un şarpe feliat de un medic naturist

adăugat,  diluat şi topit

atunci când nu mai este demonstrabil

dar încă are efect şi e credibil

şi trebuie spus neapărat

că era şarpe ce s-a dizolvat

dar opoziţia susţine

că dacă cineva în oraş sa dizolvat

 atunci sigur nu a fost şarpele

şi un timp chiar au de câştigat

că în oraş nimeni nu s-a dizolvat

 

şi că nu mai trebuie căutat nimeni în oraş

şi viaţa obişnuită e posibil de urmat

dar numai

până când o dată

un miştocar, un nebun

ori un copilaş

a bănuit

şarpele a fost

ce s-a dizolvat în oraş

şi a dispărut în neant

şi deşi bunul simţ a funcţionat

la cei puţini care erau încă speriaţi

de posibilitatea de inimaginat

că în oraş totuşi cineva s-a dizolvat

şi ca liniştea să reapară

şi să împartă ştirea şi să înmulţească

dar asta nu a plăcut

fiindcă e de presupus

că în oraş cineva s-a dizolvat

altfel nu ar mai fi sigur

că oraşul e oraş sigur

la care unii au decretat

că totul merită uitat

ca în oraş cineva s-ar fi dizolvat

dar nu poate fi protestul evitat

că nimeni nu ştie cum de s-a uitat

şi dacă cineva ar fi ştiut

nu a fost clar şi curat

cine a fost şi unde s-a întâmplat

şi oare în oraş s-ar fi dizolvat

deşi unii au afirmat

că nu contează dacă cineva dreptate avea

că în oraş cineva sau nimeni s-ar fi dizolvat

dar cineva chiar acum era înteresat

cine a afirmat

că în oraş cineva s-a dizolvat

şi toată lumea s-a mirat

că nimeni nu s-a întrebat

de  cine a fost iniţial enunţat

după care s-a limpezit imediat

că nu contează dacă cineva în oraş s-a dizolvat

ori nimic nu s-a întâmplat

pentru că vezi că e de uitat

asa cum cineva a afirmat

că în oraş cineva s-a dizolvat

liniştea s-a întors în town

şi oraşul a îngheţat

  

- Ai un euro?

 

A devenit jocul nostru.

Fără o răsplată nu dau niciodată bani. Trebuia să danseze, apoi să cânte. Mai nou vreau să-mi prezinte poveşti în stil rap. Spune că sunt prostioare, inventate ad-hoc. Nu are timp să le pună pe hârtie. Nu ştie nici să cânte, nici să danseze, şi probabil nici să scrie. Neagă că s-ar droga. Asta spune mult ...

 

Zice că are şaptesprezece ani. Cred că poate numai treişpe. După pielea tăbăcită poate să fie şi treizeci.

Neagă că ar fi alcoolică … ce spune asta?

Prima dată mi-a spus ca are douăzecişitrei. I-am spus că minte, a ridicat din umeri susţinând sus şi tare că lucrează şi are salariu.

- Ai un euro?

Ce lucrezi? Mai aveam zece minute.

Mi-a scuipat pe pantofi şi mi-a spus în scârbă: nu o să-mi pun pe tavă toată viaţa! Şi s-a topit în forfota călătorilor.

Altă dată i-am interzis să-mi descrie viaţa familiară de mizerie. Mă enerva nespus când vorbea despre părinţi – totul minciună.

Nu m-au făcut pentru viaţă. Nu-s fructul unei fecundări ci a unei mixări. Un fruct stricat, un remix!

Trenul mai întârzie.

Voiam să-mi povestească mai departe. I-am oferit trei euro.

Vroia patru.

A pornit ploaia.

cineva în inimă a fost înjunghiat

dar cine să fi observat

Asfel de evenimente sunt tainice

cu sfială şi timid

dar cuiva i s-a urcat la cap

apoi sălcie prin ochi a lăcrimat

aşa a fost când cineva din oraş s-a separat

atunci când nimeni nu l-a observat

că în oraş cineva în inimă a fost înjunghiat

când cineva ceva avea de dat

ce lumea ca un cadou a înterpretat

dar nimeni din oraş să înţeleagă nu a încercat

despre ce este vorba şi au uitat

că e periculos câteodat’

cadouri de la necunoscuţi să iei

şi toţi doar propria piele şi-au salvat

când cineva de pe jos a întrebat

cum poate fi cineva în inimă înjunghiat

acolo unde nimeni pe nimeni nu a căutat

fiindcă dacă s-ar fi căutat

cineva desigur o palmă i-ar fi  dat

şi imediat ar dispărea fără a vedea efectul scontat

şi

cineva de inimă s-ar fi preocupat

Dorea prin sfârc şi bluză să fi sângerat

atunci cineva la mamă ar fi alergat

inima golindu-şi ar fi ţipat

mama iarăşi te-ai înşelat

nimeni fără inimă nu e dat!

uite aici dovada

nu e dulce, e sărat

nu e cum toţi şi-ar fi explicat

dar sângele în inimă s-a închegat

şi singură nu s-a mai arătat

astfel nimeni nu a mai aflat

că în inimă a fost cineva înjunghiat

cu ceva ce ca focul sfârâia

iar oraşul acum in flăcări căuta

pe cineva

cine

în flăcări s-a dizolvat

mut, fără fum s-a evaporat

 

 - hai, dă-mi trei cincizeci!

Ştiam că aşa face totdeauna. Totdeauna la fel.

Îi întind banii.

Îmi mulţumeşte frumos.

Îi spun-la revedere!

La revedere! Şi se întoarce, trece încet drumul.

Mă fac că îmi caut biletul.

Se întoarce, asigurându-se că nu o urmăresc.

Mă fac că o ignor.

Fuge peste stradă.

Ajunge pe trotuar şi în fugă dispare după o uşă.

Mă duc pe peron.

Desigur ştiu ce face cu banii după uşa închisă.

Dar nu, nu azi, în ploaie!

Nu mă duc pe peron, nu schimb trenul.

Ea nu dispare pe după uşă.

Nu ajunge la trotuar.

Nu fuge peste stradă.

Eu nu mă prefac că o ignor.

Nu se întoarce.

Nu mă întorc.

Nu se asigură că nu o urmăresc.

Nu mă fac că îmi caut biletul.

Ea se întoarce şi trece încet strada. Zâmbeşte.

În clipa următoare un scârţiit, creierul împroaşcă cu roşu şi galben asfatul ud.

Şi cu moarte.

Cum am spus, începuse ploaia.

Pe asfaltul ud scârţie mâzga de pe roţile fierbinţi.

 

Încep să cânt.

Nu e o melodie, e doar un rap.

 

pentru cea cu flăcări sângerândă

nu călătorul e de vină

care cuiva treicincizeci dă

ca iniţiator

cu poliţia în opoziţie

cu apărători ordinii în opoziţie

cu apărătorii valorilor în opoziţie

fără să scoată un cuvânt

pe pompieri de nas îi duce

în jurul inimii

de ameţeşte omul

şi tot oraşul trişează

până ce călătorul dispare

şi tot oraşul caută pe cineva dizolvat

cine ştie oare cine

cine ştie oare unde

în imensitatea oraşului

pe cineva să găseşti

sub roţile fierbinţi

al şoferilor grăbiţi

în speranţa că pe străzi se va afla

cine a fost acel cineva

despre care a fost simplu să se spună

că s-a dizolvat fără urmă

în ploaia de pe stradă

azi.